Grüne: Sicherheit und Lärmschutz haben Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen

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Viele Bürgerinnen und Bürger aus Steglitz-Zehlendorf und den benachbarten Gemeinden Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Birkholz haben am Abend des 4. Oktober gegen die geplanten An- und Abflugrouten des neuen Berliner Großflughafens BBI demonstriert. Über 800 Teilnehmer fanden sich um 18.00 Uhr am Herrmann-Ehlers-Platz in Steglitz ein, um ihrem Unmut über die geplanten Flugrouten Ausdruck zu verleihen.

Der Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen Steglitz-Zehlendorf war vor Ort und sammelte Unterschriften.

Sicherheit und Lärmschutz müssen Vorrang haben vor den wirtschaftlichen Interessen des Flugverkehrs!

Am 6. September 2010 hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) die geplanten Flugrouten für den Flughafen BBI/Schönefeld bekannt gegeben. Tausende Bewohnerinnen und Bewohner des Berliner Südwestens – aber auch der anliegenden Gemeinden – wurden verunsichert. Flugzeuge, die in Richtung Westen starten, sollen kurz nach dem Start abdrehen, dabei den Südwesten und teilweise die Innenstadt Berlins überfliegen. Das bedeutet Lärmbelästigung und ernsthafte Gefahren für die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner.

Besonders ärgerlich ist die späte Bekanntgabe dieser Flugrouten. Weder im Planfeststellungsverfahren noch im derzeit laufenden Verfahren um ein Nachtflugverbot sind diese Routen berücksichtigt. Dabei hat die DFS bereits im Jahre 1998 auf die europäische Vorgabe aufmerksam gemacht, dass bei parallelen Starts und Landungen ein Abknicken im 15-Grad-Winkel nötig ist.

Bislang plant die DFS, die Flugrouten im März 2012 festzulegen. Das ist viel zu spät! Deshalb muss jetzt der Druck auf die handelnden Behörden erhöht werden. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD) scheint die Planungen erst jetzt mitbekommen zu haben. Auch das Infrastrukturministerium Brandenburg muss seinen Einfluss auf die DFS geltend machen. Das letzte Wort in der Sache hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) – Es sind also CDU und SPD gefordert, ihr Regierungspersonal für Lärmschutz und Sicherheit zu sensiblisieren: Lärm macht krank! Sicherheitsrisiken durch Flugzeugabstürze lassen sich nie 100%ig ausschließen! Es ist Wahnsinn, so viele Flugzeuge über Berlin fliegen zu lassen, obwohl es Alternativen gibt.

 

Bündnis 90/Die Grünen fordern:

-> Kein frühes Abdrehen lediglich aus Profitgründen!

Berlin kann und muss umflogen werden. Das aus Sicherheitsgründen erforderliche Abdrehen kann auch weit hinter der Stadtgrenze erfolgen!

 

-> Sicherheit für die Menschen in der Stadt!

Kein Überflug von dichtbesiedelten Gebieten und Hochsicherheitsanlagen wie dematomaren Forschungsreaktor des Hahn-Meitner-Instituts!

 

-> Kein Lärm zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr!

Ein Nachtflugverbot ohne Ausnahme!

 

-> Mehr Transparenz!

Die Offenlegung aller geplanten Flugrouten, sowie der Lärm- und Sicherheitsprognosen

 

-> Politische Aufarbeitung!

Warum wurden die neuen Flugrouten erst jetzt veröffentlicht? Warum wurden die verantwortlichen Gremien nicht informiert bzw. warum haben diese die Informationen nicht weitergeleitet?