Flugrouten über Berlin: Eine möglichst gute Lösung für möglichst viele Bürger anstreben!

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Von einer transparenten Planung war es weit entfernt, womit die Deutsche Flugsicherung (DFS) am 6. September 2010 auch uns überraschte: einige der zukünftigen Start- und Landewege der Maschinen des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) sollen massiv über Berliner Stadtgebiet führen, teils auch über Steglitz-Zehlendorf. Dies war im Planfeststellungsverfahren zum BBI bisher nie Thema, weiter gehende Akteneinsichten wurden abgelehnt.

 

Nun ist der Zusammenhang zwischen immensem Mobilitätswunsch der Bevölkerung und Belästigung durch die Flugzeuge augenscheinlich: wer fliegen will, erzeugt damit auch Lärm, Risiken und Umweltbelastung – ein stures „ja, aber nicht über meinem Haus“ greift damit zu kurz. Vielmehr muss die Zielrichtung sein, eine möglichst gute Lösung für möglichst viele Bürger anzustreben. Dies kann nur heißen, in einem offenen Verfahren die betroffenen Bürger aller Wohnlagen und ihre politischen Vertreter einzubeziehen und darin alle möglichen Alternativen abzuprüfen, so dass am Ende möglichst wenige Bürger möglichst wenige Nachteile erleiden.

 

Auch wenn die Einflussmöglichkeiten der Fraktion Bündnis90/Die Grünen Steglitz-Zehlendorf bei überregionalen Planungen beschränkt sind, so werden wir uns trotzdem für das erwähnte möglichst offene Verfahren einsetzen, so dass die Flugrouten-Planung, die Mitte 2011 verbindlich werden soll, ein besseres Ergebnis zeigt als das bisherige vorläufige. Zur Zeit ist die Datengrundlage noch unklar, verschiedene Medien zeigten verschiedene Karten zu den Routen und verunsicherten damit zusätzlich.

 

Unserer Meinung nach muss die Debatte jedoch sachlich geführt werden: hierzu verhilft ein sich im Moment in Arbeit befindliches Lärmschutzgutachten, dessen Ergebnisse Anfang 2011 zu erwarten sind. Unsere Aufgabe wird es dabei sein, den Informationsfluss zu allen regional Betroffenen hin zu gewährleisten – z.B. des Bezirksbürgermeisters Kopp (CDU), der mittlerweile auch in der entsprechenden Lärmschutzkommission der Flugsicherung sitzt.