Ronald Wenke meint: “Nachgebesserte Flugrouten? Nachgebesserte PR!”

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Nach der Veröffentlichung der neuen Flugrouten und einem Gespräch mit der Bürgerinitiative “Lichterfelde gegen Fluglärm” meint Ronald Wenke, Direktkandidat für den Wahlkreis 4 in Steglitz-Zehlendorf: “Nachgebesserte Flugrouten? Nachgebesserte PR!”

 




Das Flugroutenkonzept des Großflughafens BER wurde von der Deutschen Flugsicherung „nachgebessert“, nachdem mehrere Bürgerinitiativen aus Berlin und Brandenburg gegen die bisherigen Pläne protestiert hatten. Das neue Konzept sollte ein Kompromiss werden – wirtschaftliche Interessen der Fluggesellschaften und des Flughafenbetreibers sollten mit dem notwendigen Lärmschutz der AnwohnerInnen in Einklang gebracht werden. Gelungen ist der Kompromiss nicht – die Konflikte wurden nur ins Kleingedruckte verlagert. Der Flugsicherung ging es um PR und Beruhigung – ein Interessenausgleich fand jedoch nicht statt.

 

Bei einem Gespräch mit der Bürgerinitiative „Lichterfelde gegen Fluglärm“ am gestrigen 11. Juli wurde deutlich: Nach derzeitiger Sachlage werden die Interessen der Süd-BerlinerInnen keineswegs berücksichtigt – im Gegenteil: Treptow-Köpenick im Südosten und Steglitz-Zehlendorf im Südwesten werden weiterhin unter dem anstehenden Fluglärm leiden. Vor allem der südliche Teil um Lichterfelde und Teltow wird mehrere Dutzend Flugzeuge in einer Höhe von 1.500 Meter ertragen müssen. Unmittelbar nach dem Abflug von der Nordbahn können nach den Plänen Flugzeuge, sobald sie eine Flughöhe von 1.500 Meter erreicht haben, frei über den südlichen Teil Berlins „auffächern“. Das bedeutet, dass ein Großteil der 48  täglichen Flugbewegungen über Lichterfelde mit ca. 100.000 EinwohnerInnen führen wird. Das ist nicht zumutbar – vor allem dann nicht, wenn der mittelgroße Regionalflughafen, wie von Wowereit und SPD gewünscht, zu einem Drehkreuzflughafen ausgebaut wird.

 

Die Flugrouten müssen deswegen weiterhin nachgebessert werden – im Osten und im Westen.  Ich will mich dafür einsetzen, dass die „Auffächerung“ erst ab einer Flughöhe von 10000 Fuß gestattet wird – nur dann gibt es tatsächlich Planungssicherheit und Lärmschutz für die AnwohnerInnen. Es heißt schließlich Flugrouten und nicht Flugfächer. Zugleich muss die Flugführung um Potsdam herum (Alternative 8) deutlich häufiger genutzt werden. Im Moment soll diese lärmvermeidende und die AnwohnerInnen schonende Variante lediglich von 3 Flugbewegungen und damit weniger als 10% der Flüge pro Tag genutzt werden. Das ist nicht mehr als ein Placebo. Es muss weiterhin gelten: Lärmschutz vor wirtschaftlichem Interesse.
BI Lichterfelde gegen Fluglärm Berliner Morgenpost Artikel
 

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Ein Auftritt unseres Direktkandidaten für den Wahlkreis 1, Benedikt Lux, in der Sendung “Schupelius fragt”.

In dieser Sendung dikutiert er gemeinsam mit Albert Weingartner (CDU), Christian Gaebler (SPD), Klaus-Peter von Lüdecke (FDP) und dem Moderator Gunnar Schupelius über den Flugroutenstreit.
Hier gelangen Sie zur Sendung.