Befragung Treitschkestraße: Rege Beteiligung – aber Mehrheit gegen Umbenennung

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Die heutige Auszählung der zurückgesandten Fragebögen zur Umbenennung der Treitschkestraße ergab zwei deutliche Ergebnisse: Die BürgerInnen wünschen eine derartige Beteiligung – aber sie wünschen keine Umbenennung ihrer Straße.

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Treitschkestraße wünschen sich keine Umbenennung ihrer Straße. 78 % sprachen sich in der einen Monat dauernden Befragung per Brief vom Bezirksamt gegen eine Umbenennung ihrer Straße aus, nur 22 % dafür. Die gesamte Beteiligung lag bei 71%

Die Zählgemeinschaft aus Grünen und CDU hatten dieses Verfahren vereinbart, um den Prozess der Erinnerungskultur eine Stufe fortzuführen. Information durch Medienberichte, Briefe, Veranstaltungen und schließlich die Umfrage führten zu einer regen Auseinandersetzung mit dem Thema Treitschke. Dieser hatte als Historiker den Antisemitismus im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland salonfähig gemacht, sein Diktum „Die Juden sind unser Unglück“ wurde später von den Nazis verwendet.

„Das Bürgervotum ist eindeutig. Wir werden uns auch in Zukunft für einen kritischen Umgang mit historischen Persönlichkeiten wie von Treitschke einsetzen – nehmen aber natürlich dieses Votum ernst“, so Grüne Landesvorsitzende Bettina Jarasch, Kreisvorsitzende Annika Schmidt-Kotsch und Fraktionsvorsitzender Uwe Köhne gemeinsam.

Ein Versprechen von Bündnis 90/ Die Grünen aus dem Wahlkampf ist damit umgesetzt und erfüllt worden, auch wenn die Debatte über eine angemessene Erinnerungskultur damit nicht beendet ist.