Von A(then) bis Z(ehlendorf)

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Europa, die Griechen, der Euro und wir!Griechenland ist wieder auf einem guten Weg – dies sagte der griechische Botschaftssekretär Ioannis Salavopoulos zu Beginn der Veranstaltung, die in einem griechischen Restaurant in der Onkel-Tom-Siedlung stattfand. Doch es gibt weiterhin Probleme. Die Staatsverschuldung hat während der Krise zugenommen und liegt mittlerweile bei 125 Prozent der Wirtschaftsleistung, während die Arbeitslosigkeit bei 27 % und die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei 65 % liegt. Zweieinhalb Stunden lang diskutierten wir mit vielen interessierten Bürgerinnen und Bürger darüber, was man hier tun kann.
 
Georgios Bakalios, der Vorsitzende des griechisch-deutschen Fördervereins Berlin e.V., wies darauf hin, dass es sich nicht nur um eine wirtschaftliche Krise handelt, sondern auch um eine gesellschaftliche Krise – beide Krisen bedingen einander. Mit großer Sorge beobachtet er, wie radikale Parteien die Probleme der Menschen ausnutzen, um auf Stimmenfang zu gehen. Wichtig ist für ihn deshalb ein Mentalitätswechsel in der griechischen Gesellschaft, um aus der Krise zu kommen. Und dafür ist eine Solidarität innerhalb Griechenlands genauso wichtig wie eine Solidarität innerhalb der europäischen Familie. Europa, die Griechen, der Euro und wir!
 
Viola von Cramon, die Mitglied im Bundestagsausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union ist, sprach sich daher für eine solidarische und sinnvolle Investitionspolitik aus. Statt einer fortschreitenden Konsolidierung muss es jetzt eine Politik geben, die dafür sorgt, dass die griechische Wirtschaft wieder Arbeitsplätze schaffen kann. Dabei war sie gegen eine Beton-Investitionspolitik, die nur Autobahnen bauen will. Denn in Griechenland gibt es beispielsweise hervorragende Voraussetzungen für erneuerbare Energien, gerade im Solarbereich. Dies unterstützte auch der Botschaftssekretär, der hier viel Potenzial sieht.
 
Zudem forderte Viola von Cramon, mehr gegen Korrpution zu unternehmen und das helfende Geld nachhaltig zu investieren, beispielsweise in Bildung. In Anbetracht der griechischen Schuldenlast erklärte sie zudem, dass ein Schuldenschnitt wahrscheinlich unvermeidbar sein wird, auch wenn Schwarz-Gelb dies vor der Wahl nicht zugeben will. Die Frage wird lediglich sein, ob es ein offizieller oder ein “schleichender” Schuldenschnitt sein wird, etwa durch Senkung der Zinsen.
 
Europa, die Griechen, der Euro und wir!Unsere grüne Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto stellte den Anwesenden ein Projekt mit der griechischen Partnergemeinde Langadas vor. Bereits seit vielen Jahren besteht eine Kooperation, und nun soll mit Unterstützung der IHK ermöglicht werden, dass 15 griechische Jugendliche für drei Jahre nach Deutschland kommen. Hier sollen sie ausgebildet werden und danach als wirtschaftliche Impulsgeber in Griechenland helfen.