Silicon Valley in Dahlem – Entstehung des Technologie und Gründerzentrums

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Wenn man an Steglitz-Zehlendorf denkt, fallen einem vielleicht die großen Wald- und Wasserflächen, Gärten, Villen und Parks ein. Vielleicht denkt man auch an die Schloßstraße als Einkaufmeile. Aber als Gründungsstandort für Start-Ups wird unser Bezirk in der Regel nicht gesehen. Dies scheint mehr nach Mitte oder Adlershof zu passen. Dennoch wurden aus den Forschungseinrichtungen des Berliner Südwestens 150 Unternehmen seit dem Jahr 1998 ausgegründet. 129 Unternehmen haben mehr als 1000 Arbeitsplätzte geschaffen. Davon erfolgten 70 % der Ausgründungen aus der Freien Universität Berlin.

Doch während die anderen Universitäten in der Stadt längst Gründerzentren haben, fehlt unserer Exzellenzuniversität eine solche Einrichtung. Dies hat zur Folge, dass innovative Unternehmen aus dem Bezirk abwandern und mitunter sogar die Stadt verlassen. Dabei ist, so der Geschäftsführer der WISTA-Management GmbH Hardy Schmitz, die räumliche Nähe zwischen Wissenschaft und Wirtschaft das Element, das den Erfolg der jungen Unternehmen bei der Ausgründung aus der Universität ausmacht. Dies soll nun anders werden.

In der Fabeckstraße 62 in 14195 Berlin soll ein Technologie und Gründungszentrum entstehen. Es wird ein offener Campus mit viel Grün, Promenade, Cafeteria, Kita und anderen Einrichtungen, betont der mit der ersten städtebaulichen Studie zur Gesamtentwicklung des ca. 50.000 m2 großen Geländes des ehemaligen US-Hospitals beauftragte Architekt Albrecht Klumpp. Es wird den Charakter des Wissenschaftscampus Dahlem widerspiegeln und einen hohen Anteil an medizinisch-biologischen Unternehmen gekoppelt mit IT haben.

Mit der Freien Universität, den Max-Planck-Instituten, dem Bundesamt für Materialforschung, dem Zuse-Institut Berlin, dem Campus Benjamin Franklin, dem Fritz-Haber-Institut und dem Botanischen Garten hat das geplante TGZ Südwest die idealen Nachbarn. Die WISTA-Management GmbH, die bereits den Forschungs- und Technologiepark Adlershof verantwortet, wurde mit der Entwicklung auch dieses Technologie- und Gründungszentrums beauftragt.

Jörg Israel, der WISTA-Verantwortliche für das TGZ-Projekt, rechnet mit 60 bis 80 Ausgründungen mit insgesamt ca. 900 Mitarbeitern. Allerdings kann mit einer Realisierung des Projekts erst im Jahr 2020 gerechnet werden, da erst nach Vorliegen des Bebauungsplanes Ende 2016 mit der erforderlichen EU-Ausschreibung begonnen werden könne, so Israel. In dem TGZ-Südwest sollen die jungen Unternehmensgründer für die ersten 5 Jahre unter idealen Bedingungen ihre Firma an den Markt bringen. Schon jetzt sollte überlegt werden, wie man diese Unternehmen nach ihrer Anfangsphase weiter im Bezirk halten kann. Es muss daher Aufgabe des Bezirks sein, rechtzeitig Expansions- und Weiterentwicklungsflächen für die dem TGZ entwachsenden Firmen bereitzustellen.

Sebastian Serowy