Opfer der „autogerechten Stadt“ – Der Breitenbachplatz zwischen Gestern und Morgen

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Der Breitenbachplatz war einst ein wahres Juwel im Stadtplan Berlin – durchaus vergleichbar mit dem Rüdesheimer Platz heute, der ein Stück weiter im Norden liegt. Heute ist er zum Leidwesen der Anwohner praktisch nicht mehr nutzbar. Er ist ein Opfer der „autogerechten“ Stadtplanung in den 1970er Jahren. Seit dem überspannt ihn eine vierspurige Autobahnbrücke – das Ende der „Stummelautobahn“ A104. Diese Autobahn sollte ursprünglich durch die Schildhornstraße verlängert werden, daraus wurde zum Glück nichts. Dennoch leiden die Anwohner in der Schildhornstraße bis heute unter diesen Fehlentscheidungen: enormer Lärm, hohe Feinstaubbelastung, wenig ansprechendes Straßenbild.

Die Sinnhaftigkeit dieses Autobahnabschnittes wird immer wieder in Frage gestellt. Eine Bürgerinitiative (mehr Infos unter http://www.breitenbachplatz.de/) hat sich das langfristige Ziel des Rückbaus der Brücke gesteckt. Auch die Grünen in Steglitz und Wilmersdorf unterstützen dieses Ziel. Aktuell machen wir uns gemeinsam Überlegungen, wie und mit welchen Maßnahmen man den Rückbau in Angriff nehmen kann. Im Herbst soll eine Veranstaltung stattfinden. Unterstützer für einen Rückbau gibt es viele: Hans Stimmann, der ehemalige Senatsbaudirektor, würde sogar am liebsten den gesamten Schmargendorfer Autobahnabschnitt abreißen. Auch Christian Gaebler, Staatssekretär für Verkehr und Umwelt, hat sich positiv dazu geäußert. Selbst der Bundestagsabgeordnete der CDU – Karl-Georg Wellmann – findet den Rückbau wünschenswert. Klar ist aber auch: ein solcher Schritt kostet viel Geld und muss sorgfältig geplant werden. Als Grüne wollen wir eine Machbarkeitsstudie erstellen und dann schrittweise die nötigen Voraussetzungen schaffen. Als Bundesstraße kann Berlin darüber leider nicht allein entscheiden – geschweige denn die beiden betroffenen Bezirke.

Der Breitenbachplatz soll aber bis dahin nicht einfach bleiben, wie er ist. Die Bürgerinitiative hat gemeinsam mit der Kiezinitiative Steglitz einen Einwohnerantrag für Tempo 30 auf den Weg gebracht und sammelt nun Unterschriften dafür. Auch soll der Platz besser von den Seitenstraßen erreicht werden können, durch Ampeln und Zebrastreifen. Für den Platz selbst gibt es große Pläne: Bürgerfeste, Bouleanlage, schönere Bepflanzung. Bei all diesen Anliegen können die Anwohner und Anwohnerinnen auf uns zählen. Damit der Breitenbachplatz wieder in alter Schönheit erblüht.