„Kunden sind Menschen, die mehr und anderes wollen, als einfach nur konsumieren“

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Interview mit der Standortmanagerin Onkel Toms Hütte

Die Grünen Steglitz-Zehlendorf wollen kleinteiligen Einzelhandel und Dienstleistungen erhalten und lokale Zentren stärken. Die Ladenpassage am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte ist ein Beispiel, wie solche Zentren stabilisiert und für die AnwohnerInnen wiederbelebt werden können.

Heide Wohlers, Standardortmanagerin Onkel Toms Hütte, erläutert im Interview, wie das gelingen konnte:

Frau Wohlers, welche Faktoren sind entscheidend, damit solch ein Projekt am Ende erfolgreich ist?

Als erstes braucht man eine Vision, ein Bild davon, was einen Kiez für die Menschen, die dort wohnen, lebenswert macht. Welche Bedürfnisse die Anwohner und Kunden in einem Nahversorgungszentrum haben, welche Waren und Dienstleistungen angeboten werden sollen.

Für die Umsetzung von Ideen und Konzepten braucht es tragfähige Strukturen – in unserem Fall ist es der Standortverein, in dem Eigentümer, Gewerbetreibende und Anwohner Mitglied sind – und ein passendes Förderprogramm sowie jemanden, der die öffentliche Förderung kofinanziert, z.B. der Bezirk, die privaten Eigentümer und/oder die Gewerbetreibenden. Aus den Projektmitteln wird der „Kümmerer“ finanziert, der den gesamten Prozess in Abstimmung mit den Akteuren steuert. Sehr wichtig sind auch professionelle Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen, die die Menschen im Kiez zusammen bringen, so wie unsere Musik-Reihe, die regelmäßig auf Onkel Toms Wochenmarkt stattfindet.

Wenn Sie sich noch etwas wünschen könnten, was fehlt Ihnen in der Ladenpassage oder worauf kommt es an, um ein Angebot komplett zu machen?

Kunden sind Menschen, die mehr und anderes wollen, als einfach nur konsumieren. Sie wollen in einem angenehmen Umfeld Nachbarn und Freunde treffen und etwas erleben. Kiezzentren wie Onkel Toms Ladenstraße in Konkurrenz zu Shopping-Malls und dem Internethandel wieder zu beleben, braucht einen langen Atem. Auch wir sind noch nicht am Ziel unserer Wünsche angekommen. Die Anwohner wünschen sich z.B. ein schönes Café mit Außenterrasse. Und um die Zukunft des Nahversorgungszentrums zu sichern, wollen wir die denkmalgeschützte Waldsiedlung Onkel Toms Hütte mit ihrem Zentrum Ladenstraße/ U-Bahnhof auch zu einem Anziehungspunkt für Touristen machen.

Weitere Informationen zur Ladenpassage: www.onkeltomsladenstrasse.de,

Kontakt zu Frau Wohlers (Wohlers[at]onkeltomsladenstrasse.de)

Die Fragen stellte Michael Gädicke