Naturschutz darf nicht gegen geflüchtete Menschen ausgespielt werden / Erhalt des Parks ist nicht verhandelbar

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Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bejaht die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Gelände des Vivantes-Pflegeheims in der Leonorenstraße in Lankwitz. Den Plan des Senats, das sogenannte MUF in dem mit Bäumen bestandenen Park zu errichten, lehnt die Fraktion entschieden ab.

Hajö Henning, Sprecher für Umwelt, Naturschutz und Landschaftsplanung der grünen Fraktion in der BVV Steglitz-Zehlendorf, erklärt:„Als das ideale Gelände für den Bau der Flüchtlingsunterkunft sehen wir das circa 9000 Quadratmeter große Bauland genau neben dem Pflegeheim an. Die dort befindlichen baufälligen Gebäude können abgerissen werden. Wir GRÜNE sind uns mit dem BUND und der örtlichen Bürgerinitiative um Dieter Hallervorden darin einig, dass die Bäume des über einhundert Jahre alten und von James Fraenkel angelegten Parks nicht abgeholzt werden dürfen.

Der Park ist mit dem Ziel angelegt worden, den damals als kriegsversehrt bezeichneten Menschen Erholung von und Linderung ihrer Traumata zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund erscheint die momentane Bauplanung von Vivantes und das damit verbundene Abholzen der alten Bäume geradezu sinnlos und unnötig zerstörerisch. Es kommt der Verdacht auf, dass hier kurz vor dem Berliner Regierungswechsel noch vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen. Wir als grüne Fraktion fordern Vivantes und die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auf, alle Bauaktivitäten zu stoppen und sich zu besinnen.

Dieser Park ist für uns nicht verhandelbar. Naturschutz und geflüchtete Menschen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

Hintergrund:

1907 legte James Fraenkel den Park um das Berolinum, die größte private Heilanstalt der damaligen Zeit in Berlin, an. Bisher steht der Park den 220 Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegeheims „Haus Leonore“ der Vivantes Hauptstadtpflege zur Verfügung. Das soll so bleiben. Außerdem wollen wir, dass auch geflüchtete Menschen sich in Zukunft in dem Park von ihren Flucht-Traumata erholen können.