Grüne wollen Wohnraum in vorhandener Infrastruktur schaffen

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Knapper Wohnraum auf der einen Seite, Verschwendung großer Flächen im Stadtraum auf der anderen – diesen Widerspruch will die grüne Fraktion in der BVV Steglitz-Zehlendorf durch Verdichtung auf Parkflächen des Einzelhandels auflösen.


In Bestlagen wie an der Clayalle, an der Breisgauer Str. oder Unter den Eichen stehen Autos auf ebenerdigen Parkflächen – und nicht mehrgeschossige Wohnhäuser, die in diese urbanen Orte passen. Bereits vorhandene, ausgezeichnete Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur könnte auf diese Weise sinnvoller genutzt werden.
Deshalb unterstützt die grüne Fraktion den Antrag „Lebensmitteleinzelhandel und Wohnraum Hand in Hand“  (Drs. 1143/V). Das Bezirksamt soll prüfen, ob bei der Errichtung neuer oder dem Umbau bestehender Lebensmitteleinzelhandelsflächen und Parkflächen gleichzeitig auch Wohnraum geschaffen werden kann. Daraus ergäbe sich eine vorteilhafte Situation für alle Beteiligten: Discounter ziehen Zusatznutzen aus ihren Grundstücken und gewinnen zusätzliche Kund*innen;  die Mieter*innen erhalten kostengünstigen Wohnraum mit guter Anbindung an die vorhandene Infrastruktur und die Umwelt profitiert für jede Fahrstrecke, die weniger gefahren und jede Fläche, die nicht bebaut werden muss.


Diesen Synergieeffekten stehen allenfalls bürokratische Hürden wie die Flächennutzungsplanung entgegen: Je nach Fläche müssen hier ggf. Vorkehrungen getroffen werden, um eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe zu ermöglichen. Die Kategorie „Urbanes Gebiet“ kann dabei helfen.Sie ist 2017 eingeführt worden, um die steigende Nachfrage nach Wohnraum in städtischen Lagen durch eine höhere bauliche Verdichtung zu befriedigen.
Erste Discounter zeigten sich schon positiv oder haben schon eigene Konzepte zum Thema vorgelegt.


Michael Gaedicke, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion dazu: „Dieser Prüfauftrag kann auch Nutzungskonflikte lösen, denn Wohnraum könnte bei vorhandener Infrastruktur geschaffen werden, keine Straße müsste dafür gebaut, keine Leitung gelegt, kein Baum gefällt werden“.