Zu ihrem Dringlichkeits-Antrag „Knochenfunde auf FU-Gelände: konsequent weitergraben und aufklären!“ erklärt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Steglitz-Zehlendorf:

Die Situation insgesamt an der FU was die bereits seit 2014 bekannten Funde von zigtausenden Knochenfragmenten angeht, ist frappierend: die Freie Universität als Inhaber des Geländes wehrt sich mit allen Mitteln gegen eine weitere Ausgrabung der Knochenfragmente und Aufklärung – auch durch eigene Historiker*innen. Es ist völlig unverständlich, wie dies mit einer historisch-bewussten, forschenden, empirischen Grundhaltung übereinstimmen soll, die Grundlage der geistigen Haltung an einer Universität sein muss, die sich als „exzellent“ ansieht und diesen Titel auch offiziell beansprucht.

Neu ist ganz aktuell die weiterhin verweigernde Haltung auch bei neuesten Funden und die Tatsache, dass sich auch z.B. das Ausschwitzkomitee nun kritisch gegenüber der Haltung der Freien Universität ausspricht.

Die Fraktionen von SPD, Linke und AFD haben dieser Dringlichkeit heute in der BVV widersprochen. Hiermit wird verpasst, vom Heimatbezirk der Freien Universität ein zeitnahes, deutliches Signal zur Aufklärung der Funde zu senden. Im Falle der SPD können wir nur vermuten, dass es hier darum geht, eigene Senatsverwaltungen und letztlich den Regierenden Bürgermeister Müller zu schützen, der hier in der Verantwortung zur Aufklärung stehen würde.

Tonka Wojahn, Fraktionsvorsitzende dazu: „Es kann nur als schäbig bezeichnet werden, wie sich im Falle der Knochenfunde auf dem Gelände der Freien Universität eine Mauer des Schweigens von der SPD-Bezirksfraktion über Senatsverwaltungen bis hin zum Regierenden Bürgermeister Müller bildet. Wir hatten eigentlich angenommen, dass solche Zeiten in Deutschland vorbei sind. Die Ablehnung der Dringlichkeit unseres Antrages stellt hier eine Verzögerungstaktik dar, bis das öffentliche Interesse erlahmen soll“.

Siehe dazu auch:

Artikel des Tagesspiegels vom heutigen 16.06.2021:

https://amp.tagesspiegel.de/wissen/moegliche-verbindungen-zur-kolonialzeit-und-auschwitz-die-schwierige-herkunft-der-knochenfunde-an-der-fu-berlin/27289342.html

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