Ein Zeichen internationaler Solidarität: Steglitz-Zehlendorf bietet dauerhaften Standort für die Friedensstatue Ari an

Wenn sie nicht in Mitte bleiben kann, soll die Friedensstatue Ari in Steglitz-Zehlendorf einen dauerhaften Platz erhalten – in Zusammenarbeit mit dem Korea-Verband e.V. und in Verantwortung des Amtes für Bildung und Kultur. Ein möglicher Standort ist das Umfeld des U-Bahnhofs Krumme Lanke. Die Statue steht für internationale Solidarität, lebendige Erinnerungskultur und den Einsatz gegen sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe. Sie darf nicht aus dem Stadtbild verschwinden.

Erinnerung bewahren, Solidarität zeigen

Die Friedensstatue erinnert an eines der grausamsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts: an rund 200.000 Frauen und vor allem Mädchen, die während des Zweiten Weltkriegs vom japanischen Militär verschleppt und zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden. Sie verweist zugleich auf den Mut von Überlebenden wie Kim Hak-Soon, die 1991 ihr Schweigen brach und damit viele weitere Stimmen stärkte. Die Statue, geschaffen vom südkoreanischen Künstlerehepaar Kim Seo-Kyung und Kim Eun-Sung, verbindet künstlerischen Ausdruck mit einem klaren Appell gegen Gewalt und für Gerechtigkeit.

Als Ort der Bildungsarbeit wirkt das Mahnmal weit über seinen Aufstellungsort hinaus. In Projekten des Korea-Verbands wie „Setz dich neben mich“ setzen sich Schülerinnen und Schüler mit Themen wie sexualisierter Gewalt, Krieg und Verantwortung auseinander und lernen, dass solche Verbrechen keine Vergangenheit sind, sondern weltweit Realität bleiben. Diese Form der Erinnerung gehört sichtbar in unsere Stadt.

Was der Beschluss vorsieht

Unser Antrag und der von der BVV gefasste Beschluss ersucht das Bezirksamt, gemeinsam mit dem Korea-Verband e.V. und unter Federführung des Amtes für Bildung und Kultur die Friedensstatue Ari dauerhaft in Steglitz-Zehlendorf aufzustellen, sofern der Verbleib in Mitte nicht möglich ist. Als geeigneter Ort wird das Umfeld des U-Bahnhofs Krumme Lanke vorgeschlagen. Damit setzen wir ein deutliches Zeichen für eine verlässliche Erinnerungskultur, fördern den kulturellen und historischen Austausch und unterstreichen unsere Verbundenheit mit unserer koreanischen Partnerstadt Seoul-Songpa.

„Erinnerungskultur ist nicht verhandelbar – sie darf nicht von außen diktiert werden. Die Friedensstatue ist ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Bekenntnis zu Menschenrechten. Die Statue steht nicht nur für die Überlebenden von damals, sondern für alle, die weltweit Opfer sexualisierter Gewalt wurden und werden. Wir wollen dafür sorgen, dass die Friedensstatue in Berlin bleibt. Wenn schon nicht in Mitte, dann hier in Steglitz-Zehlendorf.“
Johanna Martens, Antragstellerin

Partnerschaft, die verpflichtet

Seit 2013 verbindet Steglitz-Zehlendorf eine Städtepartnerschaft mit Seoul-Songpa. Sie lebt von gegenseitigem Lernen und gemeinsamen Werten wie Frieden, Gerechtigkeit und Respekt. Der Erhalt der Friedensstatue in unserem Bezirk wäre ein sichtbares Zeichen dieser internationalen Solidarität und ein klares Bekenntnis dazu, dass Erinnerung, Bildung und Menschenrechte in Berlin einen festen Platz haben.

geschrieben am 12. Dezember 2024 von Johanna Martens