Der Probeunterricht muss getestet werden!

Die Durchführung des sogenannten Probeunterrichts wurde auch nach dem zweiten Durchgang in diesem Jahr scharf kritisiert. In diesem Jahr haben nur 1,2% der Teilnehmerinnen den Test bestanden, 2025 waren es noch 2,4%. Neben den Grünen hat auch der Landeselternausschuss wiederholt scharf kritisiert, dass die Aufgaben nicht vorher an einer Referenzgruppe getestet worden sind. Die Senatsbildungsverwaltung hatte letztes Jahr zugesagt, eine Auswertung der Ergebnisse nach den Sommerferien 2025 zur Verfügung zu stellen-  aber nichts geschah. Diese fehlende Transparenz trägt nicht zum Vertrauen in die Bildungsverwaltung bei.

Jetzt hat der Landeselternausschuss (LEA) gemeinsam mit der Berliner Morgenpost mit freiwilligen Schülerinnen und Schülern, die eine Gymnasialempfehlung erhalten haben, die Testung der inzwischen veröffentlichten Aufgaben durchgeführt. Von diesen 17 Teilnehmer*innen haben nur drei den Test bestanden, diese Kinder hatten einen Notenschnitt von 1,0, 1,3 und 1,4.

Hierzu erklärt Ulrike Kipf, schulpolitische Sprecherin der BVV-Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Steglitz-Zehlendorf:

„Die mangelnde Testung des Probeunterrichts lässt vermuten, der Schulsenatorin ginge es mehr darum, dass nur wenige Kinder den Test bestehen, als um eine tatsächliche Erhebung des Wissensstandes der Kinder. Es ist absolut sinnvoll und üblich, dass Tests für Schüler*innen mindestens auf die Verständlichkeit der Aufgaben vorab auch an einer Referenzgruppe getestet werden. Wenn Kinder mit einem Notenschnitt bis 1,9 die Aufgaben nicht bestehen, wird ganz offensichtlich nicht die Gymnasialempfehlung bestätigt. Der Druck, der den Schüler*innen und den Familien aufgebürdet wird, ist auch aufgrund fehlender Pilotierung nicht akzeptabel.  Ich fordere die Bildungsverwaltung dringend auf, hier nachzuarbeiten und – wie in anderen Bundesländern üblich – die Aufgaben zu pilotieren.“

geschrieben am 17. April 2026 von Grüne Fraktion