Chaos um die Schulplatzvergabe – Die Entscheidung ist nicht zu verantworten
Zum Chaos um die Schulplatzvergabe im Bezirk erklärt unsere Fraktionsvorsitzende und schulpolitische Sprecherin Ulrike Kipf:
„Die Entscheidung des Schulamts Steglitz-Zehlendorf, zum kommenden Schuljahr zwei siebte Klassen der Max von Laue-Oberschule am Oberstufenzentrum (OSZ) Louise Schroeder-Schule einzurichten, ist aus unserer Sicht nicht zu verantworten. Hier lernen überwiegend deutlich ältere Schülerinnen und Schüler. Diese Lösung wird den Bedürfnissen von Kindern im Übergang zur weiterführenden Schule nicht gerecht und schafft neue Probleme, statt bestehende zu lösen.
Besonders unverständlich ist, dass es alternative Vorschläge aus den Schulen selbst gab. Schulleitungen haben tragfähige Lösungen angeboten, die jedoch vom Schulamt nicht aufgegriffen, bzw. vom Senat nicht unterstützt wurden. Stattdessen wird nun eine Notlösung umgesetzt, die pädagogisch fragwürdig ist und vermeidbare Unsicherheiten für Familien schafft.
Die aktuelle Situation kommt nicht überraschend. Der Mangel an Plätzen an Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen ist seit Jahren bekannt. Dennoch haben das Schulamt und die zuständigen CDU-Stadträtinnen es versäumt, rechtzeitig gegenzusteuern. Bis heute fehlt ein belastbarer Schulentwicklungsplan für den Bezirk – ein gravierendes Versäumnis angesichts der dynamischen Entwicklung der Schülerzahlen. Eine Überarbeitung wurde kurzfristig am 15.06.2026 der Bezirksverordnetenversammlung BVV vorgelegt, konnte aber nicht mehr beschlossen werden. Auch hier fehlen Konzepte.
Auch die Entwicklung an den Gymnasien war absehbar: Durch die Schulgesetznovelle von Senatorin Günther-Wünsch war bereits seit dem letztem Schuljahr zu erwarten, dass die Nachfrage nach Gymnasialplätzen sinkt und sich der Druck auf andere Schulformen weiter erhöht. Umso unverständlicher ist es, dass darauf in den letzten Jahren keine strategische Antwort erfolgt ist.
Im konkreten Fall der Max von Laue-Oberschule fordern wir ausreichend Stunden für die Schulsozialarbeit, eine vernünftige Anbindung und Beteiligung der Schüler*innen, deren Eltern sowie der Lehrkräfte und ein AG-Angebot für alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig vom Standort. Außerdem muss die Betreuung und Begleitung der Jugendlichen mit Förderbedarf gewährleistet sein. Diese darf nicht aufgrund von Wegezeiten gekürzt werden.
Wir fordern das Schulamt auf, kurzfristig die Voraussetzungen für tragfähige und pädagogisch sinnvolle Lösungen zu schaffen und zugleich endlich eine verlässliche, transparente Schulentwicklungsplanung vorzulegen. Dazu gehören klare Perspektiven für neue Schulplätze, eine rechtzeitige und ernsthafte Einbindung der Schulen vor Ort und ein konsequentes Handeln statt kurzfristiger Improvisation. Denn das nächste Schuljahr wird kommen“