Queeres Leben ist Teil unseres Bezirks und muss es auch in unseren Bibliotheken sein

Am 25. Juli erschütterte uns alle der furchtbare islamistische Anschlag auf den Christopher Street Day. Nur zwei Tage vorher wurde wie jedes Jahr die Pride Flag am Rathaus Zehlendorf gehisst. Bürgermeisterin Maren Schellenberg hatte in ihrer Rede betont, dass es leider immer mehr queerfeindliche Angriffe gibt und sieht die Fahne am Rathaus als Zeichen gegen eine solche Entwicklung und für ein offenes, respektvolles Zusammenleben. 

Dass das keine Selbstverständlichkeit ist,  zeigte das Handeln der für Kultur und Bildung zuständigen Stadträtin von der CDU.  Sie griff massiv in die Programmgestaltung der sehr beliebten Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ein, untersagte queere Lesungen und strich unliebsame Informationen aus der Biographie einer Autorin: Nämlich, dass diese mit einer Frau zusammenlebe und an Gott zweifle.  Darüber hinaus untersagte sie die Nutzung des Begriffs “Ökozids” für eine weitere Veranstaltung. Nun muss jede Pressemitteilung der Bibliothek über ihren Tisch gehen. 

Als Grüne verurteilen wir diese Eingriffe in die Programmgestaltung der Bibliothek.  Queeres Leben zu verstecken ist nicht neutral – es ist diskriminierend. Gerade deshalb müssen wir im Bezirk alles dafür tun, queeres Leben sichtbar zu machen.

Deshalb haben wir drei klare Forderungen:

1. Die Stadträtin soll Eingriffe zur Unterbindung queerer Sichtbarkeit oder der dramatischen Klimakrise in den bezirklichen Bibliotheken unterlassen!

2. Sie soll öffentlich klarstellen, dass unsere Bibliotheken selbstverständlich auch für queere Lesungen und Kultur geöffnet sind!

3. Sie soll sich umgehend bei Frau Wystub dafür entschuldigen, dass Sie ihre Identität zensiert und unsichtbar gemacht hat!

geschrieben am 29. Juli 2026 von Daniel Eliasson